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Senioren testen Fahrtauglichkeit beim FahrerFitnessCheck

Fahrtauglich bis ins hohe Alter?

Von Maria Kümpel

Lampenfieber hatte Reinhold Kaiser schon ewig nicht mehr - zumindest nicht beim Autofahren. 1953 hat er seinen Führerschein gemacht. Das Auto: sein ständiger Begleiter. Doch beim "FahrerFitnessCheck" wirkt der sonst so lockere 80-Jährige angespannt.

 

Letzte Instruktionen vor der Fahrprüfung

"Ich möchte meinen Führerschein gerne noch viele Jahre behalten", erklärt Kaiser und fügt hinzu: "Und da will ich sicher gehen, dass ich ohne Probleme fahren kann." Deshalb hat er sich für den so genannten FahrerFitnessCheck angemeldet, einem freiwilligem Fahrtauglichkeitstest, den der ADAC in Kooperation mit ausgewählten Fahrschulen anbietet - zunächst in Dortmund, bald auch deutschlandweit. In Deutschland dürfen Autofahrer ihren Führerschein bis ans Lebensende behalten - auch ohne regelmäßige Tests.

Der Fahrtest von der Stange

 

Mit dem Fahrlehrer unterwegs

Doch was, wenn jemand an seiner Fahrfähigkeit zweifelt? Diese Frage beschäftigte auch Günter Trunz. "Mir ist aufgefallen, dass wir vermehrt Anfragen von Senioren haben, die wissen wollen, ob sie beispielsweise nach längerer Krankheit wieder Autofahren können", erklärt der Seniorenbeauftragte des ADAC.

Die Antwort ist ein standardisiertes Angebot des ADAC und Reinhold Kaiser einer der Ersten, der mitmacht. In einem Vorgespräch hat Fahrlehrer Achim Lutter zunächst die Bedürfnisse des 80-Jährigen festgelegt: Welche Strecken fährt er wie oft und zu welchen Uhrzeiten? Dann geht's in die Praxis: Wie bei einer Führerscheinprüfung muss Reinhold Kaiser seine Fahrkunst eine Stunde lang unter Beweis stellen. Dem Fahrlehrer entgeht nichts: Kennt der 80-Jährige noch alle Verkehrsschilder? Hat er den Überblick? Besonders wichtig ist, dass er sein Auto fest im Griff hat und auch in brenzligen Situationen nicht die Nerven verliert.

Pflichttests unerwünscht

Sollten solche Fahrtests für Senioren zur Pflicht werden? Das Verkehrsministerium NRW lehnt das grundsätzlich ab. Solche Tests seien diskriminierend und entbehrten jeder sachlichen Grundlage, hieß es auf Anfrage von wdr.de. Die Verkehrsstatistik belegt diese Aussage: Obwohl die Zahl der älteren Autofahrer in den letzten Jahre stark anstieg, ging die Zahl der Unfälle, die Senioren verursachten, sogar zurück. Dennoch begrüßt das Ministerium den freiwilligen Fahrertest.

Und auch im NRW-Innenministerium stößt das Angebot des ADAC auf ein positives Echo: "Aus unserer Sicht ist es eine exzellente Möglichkeit, um älteren Menschen dabei zu helfen, ihre durch das Alter verursachten Ausfallerscheinungen zu kompensieren", sagt Michaela Tempelmann, im Ministerium zuständig für den Bereich Verkehrssicherheit. Die Polizeioberkommissarin fügt hinzu: "Wir wissen, dass Senioren in ihrer Leistungsfähigkeit stark nachlassen. Diese Defizite aber können erkannt und durch Fahrpraxis mithilfe einer kompetenten Person ausgeglichen werden."

Regelmäßiger Check-up

 

Alt, aber gültig: Der Führerschein von 1953

Ärzte geben zu bedenken, dass der FahrerFitnessCheck nur in Verbindung mit einem medizinischen Gutachten sinnvoll sei. Der Grund: Altersbedingte Erkrankungen können schnell zum Kollaps hinterm Steuer führen.

Eine volle Stunde lang hat Fahrlehrer Achim Lutter seinen Schüler geprüft und ist begeistert: "Der ist fit, der Herr Kaiser. Seine Beobachtung kommt schnell, seine Reaktion ebenfalls. Er schaltet ganz locker fließend. Das ist in Fleisch und Blut übergegangen. Super!" Also: Prüfung bestanden! Reinhold Kaiser ist erleichtert - und das, obwohl die Prüfung unverbindlich ist. Trotzdem: Der 80-Jährige hatte sich vorgenommen, das Auto stehen zu lassen, wenn der Fahrlehrer Bedenken gehabt hätte. Er fügt aber augenzwinkernd hinzu: "Wenn diese Gefahr bestünde, hätte ich den Test erst gar nicht gemacht."

Stand: 07.06.2006, 06:00 Uhr

Quelle: http://www.wdr.de/themen/verkehr/strasse02/senioren_sicherheitstraining/index.jhtml

 

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 “Zuletzt geändert am Sonntag, 31. Juli 2011”

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