Immer mehr ältere Menschen wollen sich nicht zur „Ruhe setzen“ sondern „richtig loslegen“. Wollen nach den Herausforderungen im Beruf in einen neuen Bereich unter Beweis stellen, dass sie noch längst nicht zum „alten Eisen“ gehören. Der Extremsportler Hubert Schwarz bereitet regelmäßig Aktive der „Generation 60+“ darauf vor

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Gipfelsturm mit 74    Der Extremsportler Hubert Schwarz bereitet regelmäßig Aktive der „Generation 60+“ darauf vor, den höchsten Berg Afrikas zu besteigen.

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Länger arbeiten? Tun wir schon...

Markus Lenz ist Redakteur

bei Hallo Mnchen und

hat noch 38 Jahre und sechs Monate zu arbeiten.

 

Arbeiten Sie selbst noch nach Rentenbeginn? Oder kennen Sie jemanden? Dann schreiben Sie uns eine Mail, wir veröffentlichen auch anonym - Mail an: kontakt@mit-66-jahren.de

MÜNCHEN Seit Monaten

war klar: Die Rente mit

67 wird kommen, auf viele

Menschen wartet ein

zwei Jahre längeres Arbeiten.

Vergangene Woche

beschloss nun das

Bundeskabinett, dass die

Deutschen in Zukunft

länger arbeiten sollen.

Fr Malermeister Jürgen

Lang (66), Rechtsanwalt

Werner Kästle (71) und

Heizungsinstallateur

Werner Obermeier (66)

nichts Neues: Fr sie war

mit 65, das bisherige

Renteneintrittsalter fr

Pflichtversicherte, noch

nicht Schluss. Als Selbstständige

waren sie ihr eigener

Herr und konnten

selbst bestimmen. Und

sie entschieden sich frs

weiterarbeiten.

Die drei machen vor, dass

man auch noch im höheren

Alter in der Lage ist,

anzupacken, Leistung zu

bringen. Ihr Erfolgsrezept

fr das Arbeiten jenseits

der 65: Gegebenenfalls

etwas kürzer treten

und vor allem nicht Spaß

und Freude an der Arbeit

verlieren. Michael Stark

 

Wenn ich in der Firma störe, ist Schluss«

„Es freut mich, zu sehen, dass es

mit dem Betrieb in der dritten

Generation weitergeht“, sagt

Malermeister Jürgen Lang. Der

66-Jährige fühlt sich sichtlich

wohl, seitdem er die Mehrheit

„seines“ Betriebes an den eigenen

Sohn übergeben hat. „Der

hat jetzt seit drei Jahren in allen

Belangen das letzte Wort“, erzählt

Lang. Das müsse auch so

sein. Die Kunden und die 50 Angestellten

bräuchten einen klaren

Ansprechpartner. Außerdem

sei der Sohn kompetent.

Damit ist jedoch noch lange

nicht gesagt, dass sich der Senior

aufs Altenteil begibt. „Ich bin

noch viel zu fit, um nur noch im

Wald spazieren zu gehen oder

meine Zeit mit einem Stadtbummel

zu verbringen.“ Bis zu fünf

Stunden am Tag sitzt er deswegen

zumeist am Schreibtisch und

erledigt Büroarbeit. Es sei ein

tolles Gefühl, jetzt stressfreier

arbeiten zu können. „Wenn ich

jedoch merke, dass ich in der Firma

störe, dann ist spätestens

Schluss.“

 

Installateur aus Überzeugung

1964 hat sich Werner

Obermeier (66) als Heizungsinstallateur

selbsständig

gemacht. Im Jahre

2006 arbeiten im Betrieb

nun 20 Mitarbeiter.

Einer von ihnen ist Obermeier

mittlerweile selbst

– denn die Geschäftsführung

hat der Münchner

abgegeben. „An einen langjährigen

fleißigen Mitarbeiter“, wie er sagt. Der Generationenübergang

habe geklappt, „Sorgen

muss ich mir keine machen“.

Am Ball ist Obermeier jedoch immer noch.

Hauptaufgabe ist Beratung und Akquise. Zum

Teil fahre er aber auch noch selbst zum Kunden

und lege Hand an. „Es gibt kaum eine

größere Freude, als vor Ort zu helfen“, sagt

er. Vor allem nachts, wenn Familien im Kalten

säßen, sei es wunderbar gebraucht zu

werden. „Meistens sind die Leute dann auch

dankbar“, meint er schmunzelnd. Obermeier

schätzt an seinem Beruf vor allem die enge

Verbindung von Leistung und Ergebnis: „Am

Ende des Tages sehe ich, was ich erreicht habe.“

Und derzeit macht ihm die Arbeit besonders

viel Freude. „Denn wenn die Verantwortung

weg ist, geht alles ein wenig einfacher.“

Der Einsatz sei aber natürlich trotzdem noch

da, versichert der Handwerksmeister, der

auch heute noch ab und zu 12 Stunden am

Tag arbeitet. Und wenn die Gesundheit es

zulässt, will er noch mindestens zwei weitere

Jahre Leistung bringen.

 

 

Anwaltsalltag – ohne Stress

Er habe immer Anwalt

werden wollen, um im direkten

Kontakt mit Menschen

zu sein, sagt Werner

Kästle. Der 71-Jährige

Advokat sieht sich als deren

Dienstleister. „Früher

habe ich zehn Jahre im

Strafrecht gearbeitet“,

berichtet er, doch da sei

ihm dieser Aspekt zu kurz gekommen. Deshalb

hat er sich dem Zivilrecht verschrieben

und arbeitet seit Jahrzehnten vor allem im

Bau- und Erbrecht. Dort sei jeder Fall anders,

es sei immer wieder spannend. So spannend,

dass er sich mit einem Alter von über 70 Jahren

immer noch in die Akten vertieft.

Doch auch wenn man große Freude bei der

Arbeit hat, quasi „das Hobby zum Beruf machen

kann“, wie Kästle sagt, kommt irgendwann

das Ende der beruflichen Karriere. Er

versucht nicht mehr, neue Mandanten zu gewinnen

– der Anwalt plant seinen Ausstieg

aus dem Erwerbsleben im Juni 2007. „Dann

bleibt mehr Zeit für Ehefrau und Enkel.“ Bis

dahin wird er erst gegen 9.30 Uhr in die

Kanzlei kommen und gehen wann er möchte

– mal um Vier, mal um Acht. Das sei sein wirkliches

Privileg: Die Arbeitszeit stressfrei einteilen,

wie es ihm beliebt. „Ich leiste mir zu

gehen, wann ich Lust habe.“ Sorgen machen

müssen sich seine Mandanten jedoch bestimmt

nicht. Einsatz und Motivation ist da.

„Im übrigen konnte ich mir noch nie so viel

Zeit für einen Fall nehmen wie jetzt.“

 

Quelle:

 

 

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 “Zuletzt geändert am Sonntag, 31. Juli 2011”

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